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Warum Sumba?

Vor 36 Jahren war ich in Bali. Als ich vor 7 Jahren wieder dorthin kam, traf mich der Schlag, ich erkannte es nicht wieder: Statt tropischem Idyll, geteerte Straßen, fließend Wasser, Strom, Pollution, Prostitution,… Seit dem bin ich begeisterter Sumba Reisender. Vieles ist dort noch ähnlich ursprünglich wie es Bali mal war.

Sumba ist aber anders: die Landschaft ist eher hügelig, zum Teil extrem trocken und wirkt spröder. Die Menschen sind für mich, vielleicht durch ihre überwiegend christliche Religion, scheinbar eher begreifbar.

Die herkömmlichen Reiseführer für Individualreisende, Traveller und Backpacker spendieren für Sumba kaum mehr als ein paar Seiten.

Deshalb hab ich mir gedacht, ich müsste mal einen Reiseführer in Form einer Webseite machen, um aktuelle Informationen über Sumba zu geben, der den Besuchern ein möglichst umfassendes Bild über die Insel gibt. Außerdem gibt es keine übersichtliche Karte von Sumba. Ich habe deshalb eine Sumbakarte oder: Tourist Map of Sumba erstellt.

Sumba’s touristische Zukunft

Nach offiziellen Angaben kommen jährlich etwa 10.000 Touristen nach Sumba (die meisten davon aus dem Inland). Die Ankurbelung des Tourismus ist ein sehr wichtiges Thema in der Kommunalpolitik. Es wird über die Ausweitung des Flugverkehrs diskutiert und um Landerechte gepokert. 2011 bieten 2 weitere Fluglinien, Lion Air und Batavia Air, Flüge nach Sumba an. Die Landebahn vom Flughafen Tambolaka ist verlängert worden und kann demnächst auch beleuchtet werden. Die Bretterbude vom Flughafen wird durch ein echtes Empfangsgebäude ersetzt.

Überall werden in Sumba neue Straßen gebaut. Sie verbinden nicht nur die Menschen in den Dörfern, sondern führen auch direkt an die Strände der Insel. Strand Grundstücke werden zum Kauf angeboten. Viele Strand Abschnitte sind bereits in chinesischem Besitz und Hotels sind in Planung.

Nach dem Rückgang des Tourismus in Bali in Folge der Bombenattentate, verloren viele Sumbanesen ihren Job in Bali und kehrten zurück in ihre Dörfer - sie träumen heute vom Aufblühen des Tourismus in Sumba. In vielen Dörfern gibt es Ideen, Hütten oder Gästehäuser für Touristen zu bauen.

Sumba ist kaum eine Flugstunde von Bali und Lombok entfernt und wird bereits jetzt als das nächste Ziel für Reisende nach Bali und Lombok angepriesen.

Sumba – oder lieber nicht?

Das Leben der Menschen in Sumba ist schwieriger als in Java und Bali. Vor allem der Nordteil von Sumba ist extrem trocken. Der Boden ist durch Abholzung und Erosion ausgelaugt. Sumba ist heute eine der ärmsten Inseln von Indonesien. Was angebaut wird, reicht bisweilen nicht für die eigene Ernährung. Etwa die Hälfte der Bewohner hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Malaria ist weit verbreitet. Es gibt kaum Ärzte. Kaum mehr als ein Viertel der Kinder erreicht einen Grundschulabschluss. Es mag sein, dass der Staat Indonesien sich weniger um die Gebiete kümmert, in denen die Bewohner überwiegend nicht moslemisch sind.

Wer auf WiFi, sein soziales Netzwerk, täglichen Abgleich privater Daten, Ohrstöpsel und ähnliche Errungenschaften der westlichen Welt nicht verzichten kann, sollte mit einer Reise nach Sumba noch ein klein wenig warten.

Dennoch:

Touristen, Traveller und Backpacker sind nicht aufzuhalten – sie werden kommen. Sumba wird kein lonely Planet bleiben können. Der Tourismus könnte den Menschen in Sumba eine Einnahmequelle bieten.

Es bleibt zu hoffen, dass der Grossteil der Einnahmen durch den Tourismus auf der Insel verbleibt. Diese Website / dieser Reiseführer soll ein Stück dazu beitragen.

Es gibt viel zu entdecken in Sumba: Viel Kultur, traditionelle Lebensweise, Lebensfrohe und gastfreundliche Menschen, bizarre Landschaft, unberührte Natur und viele wunderschöne Strände.

03.05.2012