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In Sumba gibt es eigentlich irgendwo immer etwas zu feiern. Feiern und mehr Leute einladen als eigentlich nötig, gehört zur Kultur. Es müssen nicht unbedingt die großen Feste und Zeremonien sein, die man besuchen sollte. Wenn man nur ein bisschen Bahasa Indonesia mitbringt, sind es gerade die kleinen Begegnungen die uns als Fremde lange in Erinnerung bleiben.

In Erinnerung bleiben allerdings auch die negativen Seiten: Der Ursprung aller traditionellen Feste und die Art und Weise, wie gefeiert wird, begründet sich durch die Marapu Religion. Nach dieser Religion werden bei den meisten Festen Wasserbüffel, Rinder, Schweine und Hühner rituell getötet. Für die Tiere bedeutet das ein langsames qualvolles Ende. Schweine werden oft nur halbtot ins Feuer geworfen. Während Wasserbüffel leise sterben, ist das Quieken der Schweine schier unerträglich.

Für das Feiern spielt die Religion der Teilnehmer keine Rolle, alle sind dabei. Auf Moslems nimmt man oft besonders Rücksicht, indem einige rituelle Tötungen nach islamischem Ritus durchgeführt werden oder noch eine Ziege geschächtet wird, wenn sonst nur Schweine geopfert werden.

In YouTube habe ich zu den Festen einige kleine Filmclips eingestellt, näheres im Abschnitt Links. Hier folgt eine Auswahl, was so gefeiert wird:

Wulla Poddu = bitter Monat

Jedes Jahr im zwischen dem letzten Vollmond im Oktober und dem letzten im November, begehen einige Stämme in Sumba die Wulla Poddu Zeremonie. Der zeremonielle Höhepunkt ist am Ende der ersten Woche. Wulla Poddu bedeutet bitter Monat. Wulla Poddu ist eine Art heiliger Monat, vergleichbar mit Ramadan oder Fastenzeit. In dieser Zeit gelten bestimmte Verbote oder Tabus (keine Beerdigungen, Eheschließungen, Partys, Richtfeste, Hunde essen, …). Wulla Poddu kommt aus der Landwirtschaft. Es ist die Zeit für die Danksagung an die Marapu vor der kommenden Pflanzsaison, Land, Ernte, Vieh und gute Bemühungen sollen von den Marapu gesegnet werden. Für die Menschen ist die Wulla Poddu eine Zeit der Familienzusammenführung, der Versöhnung, des Verzeihen und des Vergebens.

Zu Beginn der Wulla Poddu werden Wildschweine aus den Bergen geholt, rituell getötet und das Fleisch an die Familien verteilt. In der folgenden Nacht bringen die Familien Reisschalen zu den zentralen Plätzen und der Rato segnet diese Gabe mit rhythmischen Gesängen. Anschließend werden die bösen Geister mit Stöcken und Speeren unter heftigem Geschrei aus dem Dorf getrieben. Am folgenden Tag (neuerdings meist am ersten Wochenende) beginnt der Höhepunkt des Festes mit rituellen Tänzen und Gesang. Auf den zentralen Plätzen der Dörfer tanzen sowohl Marapu Priester, ausgestattet mit entsprechenden Reliquien als auch Krieger mit Schwertern oder Lanzen sowie Frauen in bunten Kostümen. Auch das Ende der Wulla Poddu wird gefeiert, im Gegensatz zum Beginn werden hier viele Tieropfer gemacht.

Insgesamt gibt es etwa ein Dutzend verschiedene Rituale, die Bestandteil der Wulla Poddu sind. Weitere detaillierte Informationen findet ihr über die Link Seite in der Doktorarbeit von Elvira Rothe.

Die Wulla Poddu wird hauptsächlich gefeiert in: Tarung und Waitabar in Waikabubak, Tambera in Loli nördlich Waikabubak und Umbu Koba in Wewawa Selatan sowie in verschiedenen anderen Orten um Waikabubak herum, in Lamboya und in Wanokaka. Eine komplette Liste aller Austragungsorte findet sich in der Doktorarbeit von Elvira Rothe.

Gläubige Dorf Bewohner achten oft sehr genau auf die Einhaltung der Tabus während des Wulla Poddu Monats. Es ist Fremden unter Umständen untersagt, Dörfer oder bestimmte Bereiche in den Dörfern zu betreten und zu fotografieren.

Perkawinan, Pernikahan = Hochzeit

Die Bedeutung einer Heirat habe ich unter dem Kapitel Geschichte und Kultur / traditionelle Lebensweise beschrieben. Hier geht es um den heute gebräuchlichen Ablauf:

Hochzeiten werden im Haus der Braut gefeiert. Vor dem Haus wird schon Tage vorher die Mitgift der Braut, etwa in Form eines Ehebetts, Fernsehers und Möbeln aufgebaut. Dort sammelt sich die Familie der Braut und wartet auf den Bräutigam.

Der Bräutigam startet vom Haus seiner Familie und sammelt auf dem Weg zur Braut seine Verwandten ein. Heute benutzt man für den Weg meist Bemos und LKW. Darauf haben dann auch die Braut Geschenke Platz: Pferde, Wasserbüffel und Schweine. Ein geschmücktes Pferd symbolisiert dabei ein Motorrad. Und umgekehrt symbolisiert ein durch Tücher verhülltes Motorrad, dessen Außenspiegel mit bunten Bändern verziert sind, ein Pferd. Auch Ikat Stoffe, traditionelle Schwerter, Reliquien und für den Besucher eher nicht verständliche Besitzurkunden wechseln den Besitzer.

Nach Ankunft des Bräutigams beraten zunächst die Familien, ob Leistung und Gegenleistung so ok sind. Solche Verhandlungen haben mitunter fast rituellen Charakter und können mehrere Stunden dauern. Es wird gegebenenfalls auch über die Vergangenheit und vererbte Schuld und Schulden gesprochen. Danach treten die Familienoberhäupter vor die Hochzeitsgemeine und verkünden das Ergebnis. Es folgt je nach religiöser Ausrichtung ein entsprechender Gottesdienst.

Auch bei Hochzeiten sind Tieropfer üblich. Zusätzlich muss dann die meist große Hochzeitsgemeinde beköstigt werden.

Penguburan, Pemakaman = Beerdigung

Entsprechend dem Marapu Glaube gibt es ein Leben nach dem Tod. Deshalb ist die Beerdigungs-Zeremonie eigentlich die wichtigste von allen. Bei einigen Stämmen auf Sumba wird der Leichnam so wie ein Baby im Mutterleib gebogen. Diese Position ist Symbol für eine Wiedergeburt in der Welt der Geister. Der Sarg des Toten wird mit einem Leichentuch aus Ikat bedeckt. Das Totenfest symbolisiert den Übergang der verstorbenen Person in den "Marapu Himmel" - Praing Marapu. Die Beerdigungszeremonien und Beerdigungen erfolgen in der Regel einige Tage nach dem Ableben.

Die Trauerfeier erfordert einen großen finanziellen Aufwand für die Hinterbliebenen, viele Trauergäste müssen anreisen, beherbergt und beköstigt werden. Eine entsprechende Zahl von Wasserbüffeln, Kühen, …  Deswegen können solche Zeremonien manchmal auch erst Jahre nach dem Tod stattfinden, bis genug Geld dafür da ist. In der Zwischenzeit werden die Körper der Verstorbenen im oberen Stockwerk der Häuser der Lebenden aufbewahrt oder provisorisch beerdigt.

Regional unterschiedlich und Abhängig von der Bedeutung des Toten dauern die Aufbahrung und die Beerdigungszeremonie 3 bis mehr als 6 Tage. Chemische Hilfsmittel wie Formalin und andere sind heute im Beerdigungsprozess von Sumba selbstverständlich.

Beerdigt wird in Megalith Gräbern. Dabei gibt es Einzelgräber und "Familiengräber" in denen mehrere Tote Platz haben. Insofern gehört nicht zu jeder Beerdigung auch die im Folgenden beschriebene Zeremonie:

Tarik Batu, Tingi Watu = Stein ziehen

Die Megalith-Kultur in Sumba ist vor etwa 4500 Jahren entstanden. Sie lebt als Tradition heute immer noch, und das nicht nur für Anhänger des Marapu Glaube. Die Hünengräber sind quaderförmig mit einer Deckplatte über dem eigentlichen Grab. Sie ähneln Altären oder Tischen. Sie sind geschlossen mit einer darunter liegenden Grabkammer oder offen mit 4 Füßen und einzelnen Grabplatten auf dem Erdboden. Ältere Grabkammern aus Kalkstein bestehen aus einzelnen Segmenten oder sind aus einem Monolith innen manuell ausgehöhlt worden. Die unterschiedlichen Bauweisen und Ausmaße einzelnen Gräber entsprechen der Bedeutung der jeweiligen Familie. Das Material der Deckplatten ist heute meist noch aus Kalkstein oder bisweilen auch aus Beton und etliche Tonnen schwer. Diese Deckplatten gilt es mittels der Tarik Batu = Stein-Ziehen-Zeremonie an die richtige Stelle zu bringen:

Vor der Stein-Ziehen-Zeremonie, gibt es eine Reihe von Ritualen zum Beispiel zur Erteilung der Baugenehmigung zum Herausarbeiten des Steines aus einem Steinbruch oder Berg. Ein weiteres Ritual dient dazu, den Erfolg des Stein ziehen sicher zu stellen. So ein Stein wird dann an Lianen und über Bananenstämme über weite Strecken gezogen bis er schließlich seine Endposition erlangt und dort aufgeständert wird. Stein ziehen bedeutet harte Arbeit für viele Menschen und dauert manchmal viele Tage.

Das Ziehen der Steine erfolgt rhythmisch, begleitet von anfeuernden Gesängen. Die Männer sind für das Ziehen zuständig, die Frauen für die Beköstigung. Eine entsprechende Zahl von Wasserbüffeln, Kühen und Schweinen ist dafür erforderlich ... . In solche Zeremonien können heute zum Beispiel durchaus auch Lastwagen als Transportmittel eingebunden werden, wenn die Entfernung zur Grabstelle denn zu weit weg ist oder ein Nylon-Tau kann die Liane ergänzen. Egal, Hauptsache alle sind dabei und haben ihren Spaß!

Im Anschluss an diese Zeremonie werden die Grabsteine verziert. Traditionell erfolgt das mit Schnitzereien und Skulpturen. Die Darstellungen sind aus dem Leben des Toten und seinem Leben nach dem Tod entsprechend dem Marapu Glaube. Je nach Material des Steines und Geschmack sind auch kitschige Badezimmer Kacheln möglich.

Pasola = Speer Spiele

Die Pasola ist die wohl größte und bekannteste Zeremonie in Sumba. Der Name der Zeremonie ist abgeleitet vom Wort Sola oder Hola = Holzstab oder Speer. Pa deutet an, dass es sich um ein Spiel handelt. Wer nicht die Gelegenheit hat sie life zu erleben oder das nicht möchte, wird zumindest die Überbleibsel deutlich erkennen. An allen Plätzen, an der die Pasola ausgetragen wird, befinden sich tausende leerer Plastik-Trinkbecher …

Die Pasola findet an verschiedenen Orten in West Sumba statt, etwa in dieser Folge:

Im Februar in
- Homba Kalayo, Wilaya - Kodi Bangedo
- Bondo Kawango, Pero Batang – Kodi
- Rara Winyo, Bondo Kawangu – Kodi
- Hobba Kalla, Marosi - Lamboya

Im März in
- Ratenggaro - Kodi Bangedo
- Waiha – Kodi Balaghar
- Wainyapu – Kodi Balaghar
- Kamaradena, Waihura (Feld) - Wanokaka
- Pahiwi, Waihura (Strand) - Wanokaka
- Weetana, Gaura - Lamboya Barat

Der Zeitpunkt der Pasola Rituale wird durch die Nyale Rituale bestimmt. Nyale sind bunt schillernde Ringelwürmer. An jeweils einem Tag jeden Jahres, im Februar und März, kriechen diese Nyale etwa 5 Tage nach Vollmond aus dem Meer, um zu laichen. Nach dem Marapu Glaube ist das ein Zeichen des Himmels. Die Rato Priester machen aus dem Aussehen der Nyale Würmer Vorhersagen für die kommende Ernte. Die Pasola selbst beginnt 8 Tage nach dem Nyale Ereignis.

Das genaue Datum der Pasola könnte demnach eigentlich erst kurz vorher bekannt sein. Es wird aber heute eher pragmatisch festgelegt. Aus der Erfahrung der letzten Jahre gilt folgende Faustregel: 10 Tage nach erstem Vollmond des Februar oder März +- 4 Tage. Veröffentlicht werden die Termine der jeweiligen Austragungsorte etwa 2 Wochen vorher.

Im Vorfeld und als Ergänzung der eigentlichen Pasola Spiele finden eine Reihe unterschiedlicher Rituale statt. Dazu gehören je nach Region brutale Boxkämpfe – Pajura (die Kontrahenten umwickeln ihre Fäuste mit scharfen Gräsern) aber auch allgemeine Versammlungen, Nächte mit rituellem Sprechgesang und diverse Veranstaltungen mit Tieropfern. Jeder Teilnehmende Reiter der Pasola hat in der Nacht vor dem Kampf dem Rato ein Huhn-Opfer darzubringen. Daraus wahrsagt der Rato den Erfolg im Kampf und es ist gleichsam eine Bitte an die Marapu um Stärke.

Das Areal der Spiele wird durch die Rato geweiht und freigegeben und sie sind auch die Schiedsrichter der Spiele. Die Pasola ist eine nachgestellte Schlacht zwischen 2 oder mehr Dörfern. Die handgeschnitzten Speere sind bis zu 5 cm dick und stumpf, trotzdem gibt es (manchmal) Verletzte oder Tote.

Bei diesem Kriegsspielritual treten viele Dutzend Reiter gegeneinander an. Stundenlang galoppieren sie auf ungesattelten Sumba Pferden aufeinander los und schleudern ihre Speere mit aller Wucht auf den Gegner. Es ist keine Show, wie wir es aus Mittelaltermärkten in Europa kennen - läuft aber formal genauso ab.

Die Teilnehmer versuchen, ihre Gegner mit Worten zu demoralisieren und mit ihren Speeren zu Fall zu bringen. Ihr Ziel ist es, nicht nur zu gewinnen sondern auf sich aufmerksam zu machen. Erfolgreiche Reiter haben einen hohen Status. Rache des Besiegten ist nicht Thema der Teilnehmer sondern der Marapu – vielleicht klärt sich / klären die das ja im nächsten Jahr.

Von der Symbolik her hat die Pasola Zeremonie eine direkte Beziehung zur Landwirtschaft. Nach dem Marapu Glaube befruchtet jedes auf die Erde vergossene Blut das Land und erhöht den Ertrag der Ernte - egal ob im Boxkampf oder auf der Pasola. Dies ist der eigentliche religiöse Sinn der Pasola Zeremonie - nicht die Belustigung der Menge.

Zur Pasola kleidet man sich in besten Klotten und reist mit standesgemäßem Gefährt an. Wer es sich leisten kann und von Auswärts kommt, bucht vorsorglich entsprechende Kontingente bei den Airlines. Vielleicht macht auch der Rato eine Terminabsprache mit den Airlines … . Dabei geht es unter den Zuschauern oft nicht gesittet zu. In den letzten Jahren wurden Steine geschmissen und die Polizei musste mit Tränengas einschreiten …

Obwohl die Pasola auf dem Wege ist, sich zu einer übernationalen Touristenattraktion zu entwickeln, bleibt sie wichtig für die sumbanesische Kultur.

Die Form dieses gewalttätigen Rituals mag daran erinnern, dass es in Sumba noch vor weniger als 100 Jahren Kopfjagd gab.

Ob die Pasola in ihrer ursprünglichen Form wirklich so blutig war, lässt sich heute nicht mehr herausfinden. Es gibt Stimmen die das bezweifeln. Es ist auch möglich, dass es von jeher eine bloße Show für die Oberschicht war oder der Befriedung der unterschiedlichen Stämme diente.

Ritueller Sprechgesang

Eine eigene Festveranstaltung oder wesentlicher Bestandteil vieler Feste ist der rituelle Sprechgesang. Bei diesem Sprechgesang handelt es sich um Reimpaare, so genannte parallel gebundene Verse. Platt gesagt sind das Verse, die mit anderen Worten den gleichen Inhalt aussagen.

Solch ein Sprechgesang oder Vortrag kann Nächtelang dauern. Er wird vom Rato, dem geistliche Oberhaupt der Gemeinschaft auswendig vorgetragen, die Gemeinschaft sitzt um ihn herum und beantwortet den Vortrag mit einem gelegentlichen lauten Feedback Chor. Die Vortragenden sind dabei die Mittler zwischen den Ahnen und den Lebenden. Bei solchen Abenden gibt es natürlich wieder Tieropfer und was zu Essen.

Lebenszyklus Zeremonien

Der Lebenszyklus eines Menschen wird durch diverse Marapu Zeremonien begleitet. Solche Feste finden in eher kleinerem Kreise statt. Jeweils mit kleineren Opfergaben. Die jeweilige Religionszugehörigkeit wird dabei undogmatisch pragmatisch berücksichtigt. Hier die einzelnen Stadien:
- Gollu Uma/Haba Ngillu/Hallo Lara – Schwangerschaft / Marapu 
- Eta Tana Mewa (Upacara Kelahiran) – Geburt begleitende Zeremonie / Marapu
- Pangara Ana (Upacara Pemberian Nama) – Namensgebung / Marapu
- Kawutti (Upacara Cukur Rambut) – Taufe / je nach Religion unterschiedlich
- Burru Mareda (Upaca Ra Sunat) – Beschneidung / je nach Religion unterschiedlich
- Katatu (Tato) – Tätowierung / je nach Sippe und Gebiet unterschiedlich

Musik und Tanz-Feste

Traditionelle Musik und Tanz waren ursprünglich ein Teil von Marapu Zeremonien. Sie finden heute auch in lokalen Festen und Veranstaltungen statt. Jede Region von Sumba hat eigene Arten von Tanz. Es gibt Tänze, die von Frauen und Männern gemeinsam oder einzeln getanzt werden. Am beliebtesten ist Woleka und Kataga. Woleka ist ein Tanz von Frauen, um die Heimkehr der Helden vom Schlachtfeld zu feiern.  Kataga ist ein Kriegstanz. Er wird von Männern sehr ausdrucksstark und mit voller Energie durchgeführt.

Die Musik dazu ist eher rhythmisch begleitend. Sie wirkt nicht so harmonisch wie etwa in Bali, sondern eher abgehackt und auffordernd. Die Musikinstrumente die am häufigsten verwendet werden sind Gongs genannt Talla und eine Art Schlagzeug genannt Beddu. Gongs sind aus Messing oder Blech. Sie sind unterschiedlich groß. Es gibt sie als große Talla Pia oder kleine Talla Ana Kouka. Sie werden mit hölzernen Schlägern angesprochen. Dann gibt es noch eine kleine Trommel Katuba, die von Hand geschlagen wird.

Darüber hinaus gibt es verschiedene andere heute eher seltene Instrumente wie etwa die Kasabba: eine Art Becken; Goga Ama: eine Art Kurz-Flöte; Talahe: eine Art Hohlflöte die durch ein Nasenloch Luft erhält, während das andere Nasenloch geschlossen ist; Ndungga: eine Art Rassel aus Kokosnussschalen und Rosshaar oder gesponnenen Garn.

Weitere Feste

Traditionelle Feste:
Bijalungu Hiupaana
- ist der Name einer natürlichen Höhle. Sie befindet beim Dorf Waihura in Wanokaka, 16 km südlich von Waikabubak. Die Zeremonie findet Ende Januar / Anfang Februar statt und dauert 4 Tage. Dabei werden 7 verschiedene Rituale vollzogen. Es geht darum die Marapu in Bezug auf die beginnende Pflanzsaison wohlwollend zu stimmen. Außerdem finden Zeremonien zu Vorhersagen des Ernteergebnisses und des persönlichen Glücks statt. Bei den Zeremonien werden Speisen und Getränke gereicht, es wird gesungen und getanzt.

Purungu Taliang Marapu - findet in der ersten Woche im Oktober im Dorf Umbu Pabal / Katikutana und Kaba Djawa / Ratu Nggay östlich von Waikabubak statt und dauert 4 Tage. Es ist ein Dankbarkeitsritual mit Tänzen, Gebeten und Opfergaben an die Marapu.

Repit - findet Ende März im Gebiet von Tarimbang und im Dort Lailara im Distrikt Katala Hamu Lingu statt. Dabei geht es um die Bitte an die Marapu um ein gutes Ernteergebnis. Außerdem gibt es Zeremonien zu Vorhersagen über künftige Ereignisse. Bei den Zeremonien werden Tiere getötet, Speisen und Getränke gereicht, es wird gesungen und getanzt.

Mangejing - findet Anfang Juli im verlassenen Dorf Hamaparengu, 2 Stunden östlich von Prainatang oder Kuta als eine Art Erntedankfest statt. Es werden Tiere getötet, Speisen und Getränke gereicht, gemeinsam Reis gestampft, gesungen und getanzt.

Richtfeste - werden nach Fertigstellung des Holzgerüstes eines Hauses gefeiert. Auch hier gibt es Tieropfer. Aus der herausgeschnittenen Leber des oder der Tiere liest der Rato, ob das Haus sicher vor Unwetter und Blitzschlag ist und wie es um die Gesundheit und das Wohlergehen der künftigen Bewohner bestellt ist.

Traditionelle Feste zu denen mir keine Infos vorliegen:
- Urata Patama Keto - Macheten schärfen
- Pogo Urata Guacu - Bäume fällen
- Urata Tenu – Holzofen 
- Oma Wuke Urata – offene Gärten 
- Urata Dengu Laura – Bitten um Regen 
- Urata Dengi Ina – Ernteergebnis

Elemente der traditionellen Feste werden oft auch in nicht traditionelle Events eingebunden. Zum Beispiel in Wahlveranstaltungen, Sportveranstaltungen oder Einweihungen.

Andere Feste:
Nationalfeiertag
- In allen Bezirkshauptstädten auf Sumba gibt es am oder um den 17.08. herum Veranstaltungen, in denen sich die einzelnen Dörfer des Bezirkes darstellen oder gegeneinander antreten. Dazu gehören Sport Wettbewerbe, musikalische Darbietungen, Theater und natürlich Reiterspiele - sozusagen eine Pasola Light in verschiedenen Disziplinen.

Taman Hiburan Rakyat - In Waingapu findet ungefähr vom 17.08.-17.09. statt. Es ist eine Mischung aus Oktoberfest, Karaoke-Festival und eine umfangreiche Darstellung von NGO- und (Dinas-) Regierungsprojekten.

Wai Humba Festival - Dieses Fest ist entstanden aus der Widerstandbewegung gegen das Goldminenprojekt im Wanggameti Nationalpark. Es findet seit 2012 jährlich im Oktober oder November statt. Humba ist der traditionelle Name von Sumba. Wai der Name für das Wasser und Quelle des Lebens auf Sumba. Die 4 noch unberührten und im Sinne des Marapu Glauben heiligen Bergregionen Wanggameti, Jawila, Tanah Daru und Poronombu dienen dem Fest als Symbol zur Bewahrung der Identität Sumbas und seiner Kultur. Es wird versucht die alten Traditionen zu pflegen oder Wiederzuerwecken. Die Feste finden deshalb nahe den heiligen Bergregionen oder in kulturell wichtigen Gegenden statt. Tagelang wird diskutiert und dazu im traditionellen Sinn getanzt, gesungen und gespeist. 2017 wird das Fest Ende Oktober im Gebiet von Poronombu stattfinden. Näheres findet man in sozialen Netzwerken unter dem Suchwort Komunitas Waihumba.

Zu später Stunde – kommt in letzter Zeit immer mehr Technik zum Tragen. Vielleicht ist da ein Keyboard oder ein Handy mit dem man Karaoke-Musik aufspielen kann. Es gibt in Sumba erstaunliche Musiktalente. Die Lieder werden oft in regionaler Sprache dargeboten. Portugiesische Einflüsse sind hörbar und die Rhythmen klingen fast wie in Lateinamerika …