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Der Südosten von Sumba

Von Waingapu bis zur Südspitze von Sumba
Das gesamte Inland der Bezirke Pandawai und Kahungu Eti ist bis auf die Täler trocken. Auf den Bergen kommt der pure schroffe Fels zum Vorschein. Erst in der südlichen hügeligen Gegend wird es grüner und es gibt einige Dörfer. Es gibt kaum Straßen, die ihren Namen verdienen. Meist sind es unbefestigte Wege zwischen den wenigen Dörfern. Landschaftlich gibt es gerade im Süden sehr attraktive Gebiete. Vieles ist dort noch unerforscht...

Landeinwärts von Wanga entsteht zurzeit die größte Zuckerrohr Plantage von Sumba. Das Wasser dafür kommt aus Tiefbrunnen oder wird aus den wenigen Flüssen abgezweigt und in riesigen Speicherbecken vorgehalten. Computergesteuert wird es dann den Anpflanzungen zugeteilt. ... ein gigantischer Wahnsinn, den man sich ansehen sollte.

In der Küstenebene südöstlich von Waingapu wird es bald merklich grüner. Dort wird in bewässerten Gebieten Landwirtschaft betrieben, ansonsten gibt es bald einzelne Plantagen mit Lontar- und Kokospalmen. Nur um die Fluss Mäander bei Kadumbul herum gibt es schöne weiße Strände. Ansonsten ist die Küste eher schroff, bis zum Strand von Melolo. Wegen möglicher Krokodile bitte auch hier sicheren Abstand zu Flussmündungen und flussnahen Mangrovengebieten halten.

Melolo ist die fünftgrößte Stadt und Handelsmittelpunkt für den Osten von Sumba. Der Ort liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses. In Melolo leben Savuaner, Sumbanesen und Moslems friedlich zusammen. Die japanischen Bunker nördlich der Brücke sind Relikte Vergangenheit, das Flugfeld ist heute Fußballplatz, die Kommandozentrale im kolonialen Stil ist komplett erhalten und wird heute als Tagungsgebäude der evangelischen Kirche genutzt. Alles geht recht ruhig zu. Am Abend treffen sich die Reiter am Strand zu einem Ausritt und zur Pferdepflege. Samstags, bei Ebbe, ist Pferderennen am Strand.

Von Melolo aus, gehen die Straßen nach Baing im Süden und über Kananggar in den Bergen, zu den weiter westlich liegenden Orten an der Südküste. Oder von Kananggar über Taramanu zurück nach Waingapu. Man kann von Melolo zahlreiche traditionelle Dörfer erreichen.

Alle diese Dörfer liegen im fruchtbaren Delta des Flusses. Die Dörfer, die immer in Reiseführern genannt werden, sind Umbara, Pau und Tambahak. Pau ist sicherlich das Highlight wegen seiner Steinskulpturen, aber es gibt zahlreiche andere Dörfer, die ebenfalls sehr interessant sind. Der Weg zu allen diesen Dörfern geht, von Waingapu kommend, vor der Brücke über den Melolo Fluss ab und führt direkt zu oder an den Dörfern vorbei. Wer gut zu Fuß ist braucht kein Ojek – in mehreren Stunden Fußmarsch hat man ein gutes Teil des Flussdeltas abgelaufen.

In allen Dörfern werden traditionelle Webwaren hergestellt, seltener Ikat. Die Muster sind von Dorf zu Dorf verschieden. Am Telefonmast in Melolo befindet sich eine Galerie in der die Weberinnen Kooperative ihre Waren zu fairen Preisen anbietet.

Folgt man der Straße weiter in Richtung Baing, kommt man 7 km südlich von Melolo nach Rindi (Rende) und Praiyawang. Dort gibt es riesige Steingräber zu sehen und die Häuser sind monströser als in anderen Orten auf Sumba. Hier sieht man auch Hauswände aus Büffelhaut. Nicht nur für Touristen werden Ikat und Webwaren hergestellt. Der Ort liegt oberhalb des wunderschönen grünen Tales des Pinduwahu (Watumbelar) Flusses.

Hinter der Flussbrücke zweigt die Straße flussaufwärts nach Tamburi und einigen anderen traditionellen Dörfern ab. Die Asphaltierung endet auf der Anhöhe und die Straße führt dann über ein Hochplateau mit vielen kleinen Siedlungen nach 30 Km an die Hauptstraße im Mangili Bezirk zurück.

Eine weitere Straße führt 200 Meter hinter der Flussbrücke flussabwärts zum Dorf Kayuri und weiteren attraktiven traditionellen Dörfern. Einen besonders schönen Ausblick auf das Tal hat man von der Anhöhe auf der Südseite des Flusstales.

Die Straße verläuft im Weiteren durch Weide- und Kulturland, weit von der Küste entfernt. Es gibt einige Stichstraßen an die Küste:

Der erste große Abzweig führt von Tanaraing nach Tapil, einer typischen Bugis Siedlung die in einem schattigen Kokospalmen Hain gelegen ist. Der Strand ist feinsandig aber sehr flach.

Die nächsten beiden Abzweige von Heikapatu nach Pamuhung und Maumbuling führen zu kleinen von Mangroven umsäumten Stränden. Außer ein paar Fischern und Menschen die Seegras anbauen wohnt dort niemand.

Erst ab 10 Km nördlich der Ostspitze von Sumba gibt es wieder weitläufige schöne Strände. Einige Straßen führen dorthin und einige Sandwege führen von Strand zu Strand weiter:

Bei Kabaru führt eine Straße nach 10 Km direkt auf den Sandstrand, dem östlichsten Punkt von Sumba. 1 Km nördlich davon liegen der winzige Ort Nusa und die vor gelagerte winzige schroffe Insel Nusa Manu. Mit einem Einbaum kann man sich dahin staken lassen. Durch ein weit vorgelagertes Riff ist das Wasser ruhig und glasklar - ideal zum Schnorcheln. Sonne, Palmen und sonst nichts – traumhaft für Menschen die der Zivilisation entfliehen möchten … aber es ist sehr trocken.

Bei Palanggay führt die Straße quer durch die im Aufbau befindliche Zuckerrohr Plantage zum netten kleinen Strand und Fischerort Tambaoma.

Bei Mburukulu führt eine Straße vorbei an Mais Plantagen nach 10 Km zur Bucht Teluk Undu. Hier wohnen nur wenige Menschen, die Seegras Kulturen anlegen. Der Strand ist nicht überzeugend. Man kann sich aber auf die Spitze der Halbinsel Tanjung Undu mit tollem Strand übersetzen lassen. Dort steht ein Leuchtturm, von dem aus man den Strand entlang bis etwa 12 Km südlich wandern kann.

Einige Km südlich des Leuchtturmes liegt ein Schiffswrack. Im Frühjahr 2014 versuchten 68 Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien damit nach Australien zu kommen. Der Motor fiel jedoch aus und sie strandeten hier. Sicherlich war dies der kürzere Weg, denn aufgrund der rigiden Flüchtlingspolitik Australiens hätte die Marine sie auf jeden Fall wieder zurück geschickt.

Die nächste Straße zweigt 1,5 km südlich von Mburukulu ab. 300 Meter nach einer Schule führt sie zu dem kleinen verträumten Fischerdorf Maukawini (Maukawini heißt frei übersetzt Dorf ohne Frauen) mit einem schier endlosen feinsandigem Strand und klarem Wasser, weit außerhalb durch ein vor gelagertes Riff geschützt. Der Weg den Strand entlang nach Süden endet am Fluss Kaliongga, der wegen seiner Krokodile berüchtigt ist. Bitte diesen Fluss im Mündungsgebiet nicht queren! In der Nähe von Maukawini gibt es mehrere alte Begräbnisstätten, die durch Sandwege erreichbar sind.

Von der Hauptstraße 2,5 Km weiter südlich bei Lambakara kommt man nach 3 Km Feldweg in Richtung Küste, vorbei an einer Zuckerrohr Plantage, zu dem antiken Gräberfeld Okawatu. Mit etwa 16 Hektar Fläche ist es das größte Megalith Gräberfeld in Sumba. Viele Rajahs aus Sumbas Frühzeit sind angeblich hier begraben worden. Es geht das Gerücht, dass auch einige Matrosen der Magellan Reise von 1522 hier ihre letzte Ruhe fanden. Das Gelände ist durch eine Steinmauer umgeben. Viele Gräber sind im Dickicht versteckt, viele wurden im Laufe der Zeit geöffnet. Tonscherben zeugen davon.

Kurz danach kommt man in den Bezirk Mangili. Diese Gegend ist fruchtbar und dicht besiedelt. Die Ebene wird bewässert. An der Hauptstraße liegen zahlreiche kleine Dörfer mit Megalithgräbern, die meist mit bunten Ornamenten oder figuralen Darstellungen geschmückt sind. Sind an den Gräbern keine Kreuze, ist davon auszugehen, dass es sich um ein Marapu Dorf handelt und man sollte sich dort entsprechend vorsichtig bewegen. Mehrere Straßen biegen nach Osten zu den Reisfeldern ab.

Die südlichste Straße führt direkt nach Kaliuda. Der Ort ist berühmt für Ikat. Bei vielen Häusern sieht man Frauen daran arbeiten und die Webstücke sind oft vor den Häusern aufgespannt. Zu Kaliuda gehören 2 Strände. Den nördlichen Strand erreicht man, wenn man 300 Meter nördlich der Moschee abbiegt und sich immer in Richtung Küste hält. Der Strand Hangaruru ist nicht mehr zum Baden geeignet, weil überall Seegraskulturen schwimmend an Plastikflaschen ausgelegt sind. Der Kokospalmenwald dahinter spendet viel Schatten. An den südlich gelegenen Klippen gibt es einen schönen schattigen Uferweg in die Nachbarbucht zum südlichen Strand Benda (Laindunga). Dieser südliche Strand ist auch über die Straße zu erreichen, die an einer Kurve bei der Flussbrücke des Flusses Luanda abzweigt. Die Straße endet an der Mündung des Flusses Wuluwamu. Der Strand ist durch ein weit vor gelagertes Riff geschützt, das Wasser glasklar. Auch hier wird viel Seegras angebaut und der Strand ist nur noch teilweise zum Baden geeignet. Über die Flussmündung kommt man in den südlichen Teil des Strandes. Ein Pfad führt weiter an die Hauptstraße zurück.

Südlich des Mangili Bezirkes zweigt eine Straße in die Berge ab. Sie führt über die große Neuansiedlung Kuruwaki zunächst bis Lulundilu oder Haray (Hararo). Danach ist eigentlich nur die nördliche Straße befahrbar. Sie beginnt vor der Flussbrücke und geht über Wairara an die Straße Melolo Kananggar. Die Landschaft ist hier zunehmend bergig und wunderschön grün mit einzelnen Seen. Es gibt tolle Ausblicke auf die südliche und östliche Küstenregion. Längs des Weges liegen zahlreiche kleine traditionelle Dörfer. Geradeaus über die Flussbrücke führt ein unbefestigter Weg über Lahiru letztlich nach Kananggar, das sind 20 km Abenteuer. Die südliche Straße biegt im Ort Lulundilu ab und führt über Haray (Hararo) und Lahiru nach Kananggar. Die Strecke bis auf Passhöhe ist super ausgebaut. Aus 600 Meter Höhe kann man die gesamte südliche Küstenregion samt der Brandung von Kalala sehen. Ein einmaliger Ausblick, danach ist die Straße nicht ausgebaut und es folgen ebenfalls 20 km Abenteuer.

Die frisch asphaltierte Hauptstraße geht noch weiter bis kurz hinter Baing. Bis Baing fahren auch die Busse aus Waingapu. Die verschiedenen Ansiedlungen an der Küste vor Baing gehören zum Dorf Kalala (Kallala,Kalalla). Zwischen Baing und Kalala befinden sich zahlreiche Seen. Nach der Monsunzeit sind sie randvoll gefüllt. In der Trockenzeit schrumpfen sie zu kleinen Tümpeln zusammen. Schwärme von Zugvögeln aus Australien nisten hier. Wo es drum herum noch grün ist, weiden hunderte von Wasserbüffeln. Um die Seen herum führt ein Wirrwarr von Sandwegen an die Küste.

Der Küstenabschnitt ist von einem weit außen liegenden Riff umgeben. Zwischen Riff und Küste befindet sich ein super weißer Strand. Bei Flut kann man überall baden. Man kann sich mit einem der alten Auslegerboote bis zum Riff hinaus paddeln lassen. Dort kann man schnorcheln - allerdings ist das nicht mehr so toll wie vor Jahren, weil durch die Zunahme der Seegraskulturen das Wasser trübe geworden ist und kaum noch Fische dort sind. Mit zunehmender Ebbe ist die Strömung ziemlich stark. Bei Ebbe ernten die Dorf Bewohner hier ihre Seegras Kulturen. Man kann auch stundenlang am feinsandigen Strand entlang wandern. Bei Ebbe geht das auch mit Motorrad oder Pferd. Die beiden nordöstlich außerhalb des Riffes gelegenen Strände Tundawai und Mengabiko (Menangaboro) sind eigentlich nur auf diesem Weg zu erreichen. Mr. David’s Resort liegt am südwestlichen Ende des Riffes. Hier gibt es eine stetige Welle zum Surfen und Baden.

In 2012 wurde mit dem Bau des Hafens Baing, kurz südlich des Resorts von Mr. David begonnen. Hier sollten einmal die Fähren nach Savu und Kupang anlegen aber die Wellen haben das Projekt zunichte gemacht. Seitdem sind die Fragmente dieses Bauwerks unter dem Namen "David‘s Rache" oder "Dendam David" bekannt.

In Baing teilt sich die Straße in 2 Richtungen. Die nördliche Straße führt zunächst noch ein Stück durch den Ort, vorbei an imposanten Gräbern und schlängelt sich dann durch das tiefgrüne Tal des Baing Flusses, vorbei an einigen traditionellen Dörfern bis Laipandak. Von hier aus kommt man nur noch zu Fuß auf der Westseite des Flusses weiter, vielleicht bis Haray (Hararo).

Die südliche Straße führt über eine Brücke. Nach 500 Metern zweigt ein Fahrweg zum Strand Watu Parunu ab. Der Strand ist sehr feinsandig, flach und die Wellen laufen gemütlich ein. Weiter über die Straße, kommt man nach 5 km am Ende von diesem Strand beim Felsentor Pintu Parunu heraus. Dazu muss man in einen der Sandwege in Richtung Küste abbiegen bevor es bergauf geht. Insgesamt kann man daraus einen schönen Rundweg von 2 Stunden machen. Bitte nicht in der Nähe der Flussmündung baden – hier leben definitiv Krokodile. Das Felsentor ist optisch - aber nicht geografisch - das Süd Ende von Sumba. Hinter Pintu Parunu wird die Straße abenteuerlich: